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Wie die Deutschen zum Thema Rente stehen

05.02.2014

Schlechte Aussichten für Frauen und Geringverdiener: Eine aktuelle Studie derAllianz Versicherungs-AG ergab bei Frauen über 65 Jahren eine Armutsquote von 15 Prozent – im Vergleich zu elf Prozent bei den Männern dieser Altersgruppe. Die Studie basiert auf 30 in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) organisierten Ländern.

Deutschland auf den mittleren Rängen

Deutschland rangiert im Ländervergleich auf Rang 18. Hier liegt die Armutsquote bei 10,8. Damit lebt fast jede neunte deutsche Seniorin unterhalb der Armutsgrenze. Ein Grund dafür ist die geringere Lebensarbeitszeit. Nach Auswertungen der Hans-Böckler-Stiftung wird sich diese Problematik noch weiter verschärfen – Vollzeitarbeit bei Frauen wird demnach zum Auslaufmodell (VersicherungsJournal 5.3.2013).

Altersarmut bei Frauen über 65 im internationalen Vergleich

Rang

Land

Armutsquote*

1

Südkorea

47,2

2

Irland

35,3

3

Australien

28,9

4

Mexiko

28,5

5

USA

26,8

6

Japan

24,7

Spanien

24,7

8

Griechenland

24,5

18

Deutschland

10,8

26

Island

4,3

27

Tschechische Republik

2,9

28

Luxemburg

2,4

Niederlande

2,4

30

Neuseeland

0,9

Das Problem der Altersarmut wird sich künftig besonders unter Geringverdienern beider Geschlechter noch verschärfen, schreibt die OECD in ihrem Bericht „Renten auf einen Blick 2013“. Deutsche Arbeitnehmer mit 50 Prozent des Durchschnittseinkommens erwartet bei Erreichen des Regel-Renteneintrittsalters die niedrigste Ersatzrate (Rente im Verhältnis zum letzten Einkommen vor der Rente) in der ganzen OECD: 55,2 Prozent gegenüber einem OECD-Durchschnitt von 81,7 Prozent.

Deutsche planen keine stärkere Vorsorge

Im Jahr 2011 waren in Deutschland bereits rund 2,3 Millionen Menschen über 65 Jahren vom Armutsrisiko bedroht (VersicherungsJournal 10.10.2013). Auch Durchschnittsverdiener sind betroffen: Ihre Ersatzraten gehören demnächst zu den zehn niedrigsten in der OECD: 57,2 statt durchschnittlich 65,8 Prozent. Trotzdem sorgen die Deutschen wenig privat vor: Nur jeder zweite hat eine betriebliche oder private Altersvorsorge – eigentlich ein großes Potenzial für Versicherungsvermittler.

Bereitschaft zur Vorsorge
Dia-Umfrage zur Bereitschaft zur Vorsorge
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Doch die Menschen hierzulande haben sich offenbar damit abgefunden, dass ihr Lebensstandard im Alter sinken wird. Eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge GmbH (DIA) ergab, dass knapp drei Viertel der Bürger damit rechnen, ihren Lebensstandard einzubüßen, weil ihre Einkünfte in der Rentenphase nicht reichen werden.

Vertrauen wächst wieder

Trotzdem planen lediglich 27 Prozent der Befragten, im Jahr 2014 mehr für ihre Altersvorsorge zu tun. Obwohl lediglich 28 Prozent davon ausgehen, dass sie im Alter ihren Lebensstandard beibehalten oder sogar steigern können, meinen gleichzeitig 33 Prozent, dass sie bereits ausreichend vorgesorgt haben.

Nach dem Einbruch des Vertrauens in die gesetzliche Rentenversicherung, der im DIA-Deutschland-Trend Vorsorge während des vergangenen Jahres beobachtet werden konnte, stufen die befragten Bürger die Sicherheit der Altersvorsorge und besonders der gesetzlichen Rentenversicherung wieder erkennbar höher ein, analysiert das DIA. Am größten werde die Sicherheit der betrieblichen Altersvorsorge eingeschätzt.

Frühe Rente ist wichtiger als gleichbleibender Lebensstandard

Wichtiger als ein gleichbleibender Lebensstandard ist den meisten Menschen, frühzeitig in Rente gehen zu können. Laut einer Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag der Welt am Sonntag möchte die Mehrheit der Deutschen mit 63 in Rente gehen – auch wenn das Rentenabschläge bedeutet. Nur ein knappes Drittel der Befragten möchte bis zum regulären Renteneintritts-Alter weiterarbeiten.

Mit steigendem Bildungsniveau und höherem Haushaltseinkommen steigt jedoch der Wille, länger zu arbeiten: „Wollen rund 63 Prozent der Befragten mit Hauptschulabschluss und schmaler Haushaltskasse vorzeitig in Rente, sind es bei Akademikern und Gutverdienern nur noch 47 Prozent. Auch Frauen sind mit 57 Prozent eher für die Rente mit 63 als Männer mit 49 Prozent“, so die Zeitung Welt inihrem Bericht.

Einen Unterschied gab es auch bei den Altersgruppen: Bei den 18- bis 29-Jährigen wollen 46 Prozent bis zur regulären Altersgrenze weiterarbeiten, 19 Prozent sogar noch länger. Von der Rente mit 63 träumt demnach nur jeder Dritte. Anders bei den 45- bis 59-Jährigen: Hier wollen etwa zwei Drittel mit 63 in Rente gehen. Bei den über 60-Jährigen wollen 39 Prozent bis zur regulären Altersgrenze weiterarbeiten, mit 63 ausscheiden wollen dagegen 37 Prozent.

Wunsch nach flexiblem Renteneintrittsalter

Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung rechnen viele Deutschen damit, dass sie in 20 Jahren erst mit 69 Jahren oder später in Ruhestand gehen können (VersicherungsJournal 19.2.2013).

Viele sprechen sich jedoch für ein flexibles Renteneintrittsalter aus, ergab eine weitere DIA-Umfrage. Demnach wünschen sich mehr als zwei Drittel der Bürger die Abschaffung des festen Eintrittsalters – stattdessen soll es mehr Selbstbestimmung geben.

70 Prozent der vom DIA Befragten stimmten einer Korridorlösung von mehreren Jahren zu, bei der sie selbst entscheiden, wann sie in Rente gehen. Die Höhe der Rente soll dabei vom jeweiligen Zeitpunkt abhängen: Je später der Eintrittszeitpunkt, desto höher fällt die Rente aus.

Verzicht auf feste Regelung

„Als Alternative können sich 71 Prozent aber auch den völligen Verzicht auf ein festes Renteneintrittsalter vorstellen, wobei es lediglich eine Untergrenze für den frühestmöglichen Renteneintritt gibt. Auch dabei würde die Höhe der Rente entsprechend des jeweiligen Eintrittsalters berechnet“, erklärt das DIA.

Allerdings stößt auch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit nicht grundsätzlich auf Ablehnung in der Bevölkerung. 56 Prozent der Bürger können sich vorstellen, dass der Zugewinn an Lebenszeit durch die demografische Entwicklung zu zwei Dritteln der Arbeitsphase und zu einem Drittel der Rentenphase zugeschlagen wird. Damit bliebe das Verhältnis von Erwerbs- und Rentenzeit trotz höherer Lebenserwartung konstant.

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