SICHER IST SICHER. CoC Assekuranz-Makler GmbH

Versicherer werden massenhaft betrogen

13.07.2011

Jeder Fünfte hält Versicherungsbetrug für ein Kavaliersdelikt. Mindestens vier Prozent der Haushalte haben in den letzten fünf Jahren einen Versicherungsbetrug begangen. Etwa jeder zehnte Schadenfall in den Kompositsparten dürfte ein Betrugsfall sein. Dies sind Ergebnisse einer Studie der GfK Finanzmarktforschung für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

Schätzungsweise vier Milliarden Euro zahlen die Schaden- und Unfallversicherer jedes Jahr an Betrüger. Die Assekuranz will das Thema nun stärker in den Fokus rücken.

Zahlen über Betrugsfälle und Verurteilungen gibt es zwar so nicht. Die Wahrscheinlichkeit, als Betrüger entdeckt zu werden, sei aber gestiegen, sagte Thomas Leicht, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeinen, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der GDV-Kommission Kriminalitäts- und Geldwäschebekämpfung.

Natürlich bleibe jedem Unternehmen überlassen, wie und ob es gegen Betrüger vorgehe, so Leicht. Grundsätzlich müssten Betrüger aber damit rechnen, dass es auch bei Kleinstschäden nicht mehr heiße: „Zahlen schafft Frieden“. Bagatellgrenzen, unterhalb derer keine Plausibilitätsprüfungen zu erwarten seien, gebe es bei vielen Versicherern nicht mehr.

Seit Jahren schulten die Versicherer ihre Mitarbeiter, um Anhaltspunkte für einen betrugsverdächtigen Schaden zu erkennen. Dabei hülfen auch immer bessere technische Hilfsmittel Schäden zu untersuchen und mit der Schadenschilderung zu vergleichen.

Kampf gegen immer neue Formen

Leicht berichtete, dass immer neue Formen des Betruges aufkämen. Reagierten die Versicherer darauf, würden die Formen geändert. Aktuell sorge die Betrugsbekämpfung zumindest dafür, dass der Betrugsschaden nicht wachse.

Derzeit würden insbesondere Schadenmeldungen bei Elektronik – Laptops, Smartphones und Flachbildschirmen – eingehend geprüft. Hierfür schalteten die Gesellschaften auch Gutachter ein. Wird der Betrüger entlarvt, drohen ihm neben der Strafanzeige die Ablehnung des Schadens, die Kündigung des Vertrags, aber auch die Übernahme der entstandenen Kosten für die Überprüfung durch Sachverständige und Ähnliches.

In einer Sonderuntersuchung zeigten sich 45 Prozent der eingereichten Schäden als nicht begründet, bei 36 Prozent der gemeldeten Laptopschäden konnte eine Betrugsabsicht nachgewiesen werden. Bei weiteren neun Prozent verfolgten die Kunden ihre Forderung nicht weiter, nachdem der Versicherer um Zusendung des Gerätes zur Begutachtung gebeten hatte.

Seit April arbeitet die Branche zudem mit dem aktualisierten Hinweis- und Informationssystem (HIS), um Versicherungsbetrug zu verhindern (VersicherungsJournal 25.3.2011).

Vermittler weitgehend außen vor

Der Umfrage zufolge berichteten sieben Prozent der Befragten von einem Betrug im Freundes- oder Familienkreis. Zwölf Prozent seien auf einen Versicherungsbetrug angesprochen worden – dies insbesondere deshalb, weil hier vieles über die Haftpflicht läuft.

Acht Prozent nannten Bekannte hier als Anstifter, zwei Prozent Verwandte. Versicherungsvermittler stifteten nur mit einem Prozent zum Betrug an – ähnlich hoch waren die Werte für Werkstatt-Mitarbeiter und Verkäufer im Einzelhandel.

Die Schadenregulierung über Agenturen weise keine Unterschiede zur internen Regulierung auf, sagte Leicht. Untersuchungen hätten ergeben, dass der Außendienst nicht „großzügiger“ reguliere.

Jeder könnte es sein

Der Umfrage zufolge ist Versicherungsbetrug in allen Gruppen der Gesellschaft verbreitet. Dabei werden die Folgen und Sanktionen des Betrugs von vielen unterschätzt. Vierzig Prozent der Bürger glauben, in Haftpflicht und Hausrat eine Versicherung verhältnismäßig leicht betrügen zu können.

In den meisten Fällen wird der wahre Schadensverlauf anders dargestellt, wenn der Versicherungsschutz für den tatsächlichen Hergang nicht gegeben wäre. Jeder sechste Versicherungsbetrüger holt sich in Internetforen Tipps, um seine Versicherung zu betrügen.

Zurück