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Öffentlicher Druck auf Kostenbelastung in Leben wächst

29.01.2014

Die private Altersvorsorge bringt den Versicherten im Vergleich zu dem, was noch am Kapitalmarkt zu erzielen wäre, zu wenig, kritisierte Europa-Abgeordneter Sven Giegold, finanzpolitischer Sprecher der Die Grünen/EFA, auf einer Fachkonferenz. Die Ursache ist seiner Meinung nach eine zu hohe Kostenbelastung der Verträge.

Obligatorische Zusatzvorsorge aus Schweden

V.l.n.r.: Sven Giegold, Marcus Nagel, Markus Rieß und Walter Tesarczyk (Bild: Lier)
V.l.n.r.: Sven Giegold, Marcus Nagel, Markus Rieß und
Walter Tesarczyk (Bild: Lier)
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Bei der Kostenbelastung steht vor allem die Vergütung für den Abschluss im Vordergrund. In der Branche selbst wird die Kürzung von Provisionen laut diskutiert (VersicherungsJournal 27.11.2013). Bezogen auf die Kostenbelastung sagte er: „Es rumort dazu in allen Parteien.“

Giegold stellt sich eine Art verpflichtende Zusatzvorsorge wie in Schweden vor. Dieses Modell war unter anderem im Spätsommer beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. schon auf öffentliche Ablehnung gestoßen.

Die Versicherten müssten entweder in den staatlichen Fonds, der seiner Aussage zufolge auf eine Kostenquote von nur 0,2 Prozent kommt, sparen oder bei privaten Anbietern.

Gelinge es den deutschen Anbietern nicht, ihre Kosten zu senken, müsse man mit den Schweden „mal reden, ob sie den Fonds nicht für deutsche Versicherte öffnen“, so Giegold. Damit bekämen die deutschen Lebensversicherer „harten Wettbewerb“.

Allianz-Chef verteidigt Vermittlung

Dr. Markus Rieß, Vorstandschef der Allianz Deutschland AG, wehrte sich gegen den Pauschalvorwurf, die Versicherer seien zu teuer. Natürlich müsse die Branche an ihren Kosten arbeiten, was sie aber auch schon seit Längerem tue.

Er zeigte aber auch auf, dass das tradierte Geschäftsmodell mit der Beratung der Kunden in der bisherigen Art und Weise eines entsprechenden Aufwands bedürfe. Schließlich müssten sich für die Vermittlung Investitionen in Weiterbildung, die Übernahme des Haftungsrisikos und Ähnliches auch lohnen.

Rieß warnte vor einem Vorsorgesystem, das wie die Rentenkasse staatlichen Zugriffen ausgesetzt sein würde, und verwies im Übrigen mehrfach darauf, dass die Allianz-Kunden über die Kostenbelastung durch den Ausweis der Größe „Reduction in Yield“ in den Produktinformations-Blättern informiert würden (VersicherungsJournal 14.12.2007).

Vertrieb bleibt wichtig

Der Vertrieb habe einen hohen Stellenwert, sagte Dr. Walter Tesarczyk, Vorstandschef der Provinzial Rheinland-Gruppe. „Wir brauchen einen Vertrieb, der die Kunden erreicht.“ Altersvorsorge sei eben ein Verkaufsprodukt.

Versicherer betrieben die Lebensversicherung nicht allein unter Renditeoptimierungs-Gründen, sondern auch im Rahmen ihrer ganzheitlichen Betrachtung einer Kundenbeziehung. Pflichtmodelle wie etwa das Schweizerische für die betriebliche Altersvorsorge (bAV) hätten immer den Nachteil, dass auch nicht alle Menschen durch eine bAV erreicht würden

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