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Mittelstand wünscht sich Druck bei der bAV

12.05.2015

98 Prozent der für den „bAV-Kompass Mittelstand“ der R+V Versicherungenbefragten Unternehmen bieten eigenem Bekunden nach die bAV an – was infolge des Rechtsanspruches seit 2002 nicht verwunderlich ist. Doch in 53 Prozent der Unternehmen sind weniger als 40 Prozent der Beschäftigten abgesichert.

Viele Chefs schießen etwas dazu

Besonders gering sind der Studie zufolge die Teilnahmequoten bei Teilzeitbeschäftigten oder nur befristet tätigen Mitarbeitern, Menschen unter 30 Jahren sowie Geringverdienern bis 25.000 Euro Jahreseinkommen.

93 Prozent der befragten Unternehmen bieten eine Direktversicherung, 52 Prozent eine Pensions- und 42 Prozent eine Unterstützungskasse für die Altersvorsorge an. 24 Prozent gehen den Weg über die Pensionszusage und sieben Prozent über einen Pensionsfonds.

Auch wenn die bAV bei 85 Prozent der Unternehmen überwiegend von den Arbeitnehmern zu finanzieren ist, unterstützen doch viele Firmen ihre Beschäftigten. Bei 62 Prozent handelt es sich nämlich um eine Mischfinanzierung.

Die Studie basiert auf 48 Interviews mit Entscheidungsträgern und leitenden Repräsentanten kleiner und mittelständischer Unternehmen zwischen Juli 2014 und März 2015, die zu 52 Prozent dem produzierenden Gewerbe (ohne Bauwirtschaft) angehören. Die Studie führte das V.E.R.S. Leipzig GmbH durch.

Fast drei Viertel für Opting-out

72 Prozent der befragten Unternehmen sind überzeugt, dass ein Opting-out-Modell die Verbreitung der bAV steigert. Bei einem solchen Modell werden alle Arbeitnehmer in die bAV einbezogen, die selbst nicht aktiv widersprechen. Aktuell herrscht in Deutschland das Opting-in-Modell vor – die Arbeitnehmer müssen sich aktiv für eine bAV entscheiden. Bei einem Active-Choice-Modell wird dem Arbeitnehmer eine Entscheidung abverlangt – für oder gegen die bAV.

Mit Blick auf höhere Absicherungsquoten im Ausland, wo teils das Opting-out-Modell eingesetzt wird, lässt sich der Vorstandschef der R+V Leben, Frank-Henning Florian, wie folgt in einer Pressemitteilung zitieren:

„Die Versicherer wünschen uns daher von der deutschen Politik einen rechtlichen Rahmen, der insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen Sicherheit gibt, ein Opting-out-Modell einzuführen. Dies könnte der betrieblichen Altersversorgung einen neuen Schub verleihen. Die Versicherungs-Unternehmen stehen dafür der Wirtschaft und der Politik als Partner bereit.“

Höhere Beteiligung

Der Aussage, dass Opting-out die Beteiligungsquote an der bAV im eigenen Unternehmen erhöhen würde, stimmten 26 Prozent der Befragten „voll und ganz“ und weitere 45 Prozent „eher“ zu. Nur vier Prozent glauben, dass dies gar nicht der Fall wäre.

Arbeitsrechtliche Herausforderungen durch ein solches Modell sehen 22 Prozent in höherem Maße und 28 Prozent teilweise. Mit zusätzlichen personellen Kapazitäten rechnen 28 Prozent in höherem Maße und weitere 13 Prozent zumindest teilweise.

Die oftmals als bAV-Hemmnis genannte Haftung des Arbeitgebers spielt für die Unternehmen hingegen nur eine untergeordnete Rolle; weniger als ein Fünftel der Unternehmen sieht diese als Hürde an.

Gefragt werden die Profis

74 Prozent gehen klar davon aus, dass dieses Modell die Arbeitnehmer unter Entscheidungsdruck setzt.

65 Prozent stimmen der Aussage, dass dieses Modell einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Lebensstandards der eigenen Mitarbeiter im Alter leisten wird, „voll und ganz“ beziehungsweise „eher“ zu. Dass das Modell den Mitarbeitern die Entscheidung für die bAV erleichtern werde, glauben 62 Prozent.

Wenn es um die bAV-Beratung geht, dann vertraut der Mittelstand in erster Linie spezialisierten bAV-Beratern (57 Prozent) und Versicherungs-Unternehmen (47 Prozent).

Bild: R+V
Externe bAV-Unterstützung (Bild: R+V)
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