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Betriebliche Gesundheitsförderung zahlt sich aus

02.04.2015

Die betriebliche Gesundheitsförderung zahlt sich aus. Durch sie sind deutlich weniger Fehltage und eine verbesserte körperliche und psychische Verfassung der Mitarbeiter zu erreichen. Das zeigt eine Vergleichsstudie der Initiative Gesundheit und Arbeit(Iga), die vom BKK Dachverband e.V., der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem AOK-Bundesverband und dem Verband der Ersatzkassen e.V. (VDEK) getragen wird.

Wenig Angebote in den Unternehmen

Für den „Iga-Report 28: Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Prävention“ haben die Autoren rund 2.400 Studien ausgewertet. „Seit einem Jahrzehnt steigt die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland fast kontinuierlich an. Die Kosten für die ausgefallene Bruttowertschöpfung sind immens (2013: 103 Milliarden Euro)“, heißt es in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig gebe es immer weniger Beschäftigte, die sich von ihrem Unternehmen bei der Prävention unterstützt fühlen.

Nur jeder fünfte Mitarbeiter erhält in seinem Betrieb „in (sehr) hohem Maß“ Angebote zur Gesundheitsförderung. In der Finanzdienstleistungs- und Versicherungsbranche sind es immerhin mehr als doppelt so viele, wie der DGB-Index Gute Arbeit 2013zeigt (VersicherungsJournal 14.4.2014).

Nutzen von Präventionsprogrammen ist nachweisbar

Kostenerwartungen (Bild: Iga)
„Wie würden sich zusätzliche Investitionen in
den betrieblichen Arbeits- und Gesundheits-
schutz langfristig auf die betrieblichen
Kosten auswirken?“ (Bild: Iga)

Dabei bestehe Handlungsbedarf. „Beispielsweise steigen die Arbeitsunfähigkeitstage seit 2006 Jahr für Jahr, wobei insbesondere die Bedeutung der psychischen Störungen stark zugenommen hat“, berichten die Autoren in der Iga-Untersuchung.

Dies zeigt auch eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido). Demnach gehen rund zehn Prozent der Fehlzeiten auf psychische Probleme zurück (VersicherungsJournal 18.2.2015).

Das erhebliche Entwicklungspotenzial in den Bereichen betriebliche Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz ist nach Ansicht der Iga erstaunlich, da der Nutzen von Präventionsprogrammen wissenschaftlich belegbar sei. Zudem erwartet auch die Mehrheit der Unternehmen, dass mit zusätzlichen Investitionen in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz langfristig die Kosten sinken. Das ergab eine Befragung von 337 Unternehmen aus 19 Ländern.

Ein Viertel der Kosten kann eingespart werden

Die Erwartungen der Unternehmen gehen in die richtige Richtung: „Die einbezogenen Studien zeigen eine durchschnittliche Senkung krankheitsbedingter Fehlzeiten sowie der Kosten für die Berufsunfähigkeit und der medizinischen Kosten um circa 25 Prozent“, berichten die Iga-Autoren.

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis (Return on Investment) sei überaus positiv. „Mit jedem investierten Euro können im Ergebnis 2,70 Euro durch reduzierte Fehlzeiten eingespart werden. Für Investitionen in den Arbeitsschutz zeigt sich ein vergleichbar positives Kosten-Nutzen-Verhältnis.“

Die größten Einflüsse des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes ergeben sich einer Studie aus dem Jahr 2013 zufolge für die Produktion, den Transport, die Lagerung und den Personaleinsatz.

Einflüsse auf Abteilungen (Bild: Iga)
„Wie schätzen Sie den Einfluss des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den nachstehenden Bereichen des Unternehmens ein?“ (Bild: Iga)

Produktivität wird verbessert

Ein Großteil der ausgewerteten Studien belege eine Verbesserung der körperlichen beziehungsweise psychischen Verfassung der Mitarbeiter. Besonders hoch sei der Nutzen, wenn Programme verschiedene Maßnahmen berücksichtigen. „Vor allem sind hier solche Interventionen zu nennen, die gleichermaßen auf das Verhalten der einzelnen Beschäftigten und auf Veränderungen in der Arbeitsorganisation abzielen.“

Das Einbeziehen von Beschäftigten in Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation oder die Evaluation von Stressoren in der Arbeitswelt werden in den herangezogenen Untersuchungen als vielversprechende Ansätze benannt. „Besonders deutlich wird dies bei der Prävention psychischer Erkrankungen, aber auch bei Programmen der Bewegungsförderung, der Gewichtsreduktion oder der Nikotinentwöhnung.“

Reduktion der Fehlzeiten

Die Studien zur Prävention und Behandlung psychischer Probleme zeigten eine deutliche Verbesserung der Produktivität. „Die hierdurch erwirtschafteten Gewinne überstiegen die Kosten, die durch die Intervention entstanden.“ Durch Maßnahmen zur Gewichtskontrolle könnten die Fehlzeiten um drei Tage (20 Prozent) reduziert werden, zeigte eine weitere Studie.

Solche Maßnahmen könnten künftig noch notwendiger werden: Eine aktuelle Studie der Schwenninger Krankenkasse hat gezeigt, dass sich bereits fast jeder zweite junge Deutsche zwischen 14 und 32 zu dick fühlt. Drei Viertel der 1.000 Befragten würden gerne mehr Sport treiben und sich gesünder ernähren. Nur 40 Prozent fühlen sich rundum gesund.

Weitere Untersuchungen sind nötig

Doch nicht in allen Bereichen reicht das berücksichtigte Studienmaterial laut Iga aus, um Erfolge bestimmter Maßnahmen wirklich nachzuweisen. So seien die Ergebnisse zu den Maßnahmen gegen Erkrankungen des Bewegungsapparats uneinheitlich.

Insgesamt sei ein präventiver Nutzen für körperliche Bewegungs- und Kräftigungsprogramme belegt. „Rückschlüsse hinsichtlich der Wirksamkeit der Maßnahmen auf den Inhalt, die zeitliche Dauer oder die Intensität der Übungen erlaubt die Studienlage jedoch nicht.“ Hier seien weitere Untersuchungen nötig.

Betriebliches Gesundheitsmanagement statt Einzelmaßnahmen

Essenz aus allen untersuchten Studien sei, dass eine umfassende, individuelle Risikobeurteilung und die Einbindung in bestehende Strukturen wesentliche Bestandteile eines Präventionskonzeptes sein sollten. Die Beschäftigten sollen zudem aktiv in die Gestaltung von Arbeitsplatz und -aufgaben einbezogen werden.

„Uneingeschränkt empfehlenswert sind Maßnahmen zur Gestaltung einer erfolgreichen und gesundheitsförderlichen Arbeitsorganisation wie abwechselnde Tätigkeiten, Vermeidung von ständigen Unterbrechungen, Förderung von sozialem Austausch, Gewährleistung einer ausreichenden Beschäftigungssicherheit, Anerkennung von Leistungen.“

Besonders wichtig sei jedoch die kontinuierliche Weiterführung und Erfolgskontrolle. „Bei den Maßnahmen kann es sich um kurzfristige Maßnahmen und befristete Interventionen handeln, empfehlenswert ist jedoch die Etablierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements.“

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